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Freitag, 21. Mai 2010
www.friedrich-husemann-klinik.de

Gemeinsam heilsame Wirklichkeit schaffen

Buchenbach (DE): Jubiläumsveranstaltung der Friedrich-Husemann-Klinik. Vor 80 Jahren initiierte der Psychiater Friedrich Husemann mit der Klinikgründung in Buchenbach bei Freiburg die anthroposophisch orientierte Psychotherapie. Ein Symposium anlässlich des Klinikjubiläums zeigte, in welchem Verhältnis sie zu aktuellen Methoden steht.

Sechs Vorträge, eine Podiumsdiskussion und dazwischen stimmig gewählte Klaviermusik: Das Programm des Symposiums mit dem Titel ‹Seelische Gesundheit im Spannungsfeld von Körper, Seele und Geist› war dicht. Thomas Fuchs, Psychiater aus Heidelberg, schilderte eindrücklich sein aus der phänomenologischen Psychopathologie destilliertes Subjektivitätsverständnis. Entsprechend betrachtet Fuchs das Gehirn als Beziehungs- und Vermittlungsorgan.

An dieses Verständnis knüpfte Werner Geigges, Direktor der Klinik Glotterbad, an. Er gab den rund 140 Zuhörern Einblicke in seine Konzepte von Passung und Passungsverlusten. Sein Plädoyer, vermehrt darauf zu achten, wie heilsame Wirklichkeiten geschaffen werden, bildete den atmosphärischen Rahmen der Veranstaltung. Peter Heusser, Professor an der Universität Witten-Herdecke, und Wolfgang Rißmann, leitender Arzt an der Friedrich-Husemann-Klinik, stellten dem Publikum die anthroposophische Medizin vor. Heusser erläuterte, wie Geisteswissenschaft empirisch verstanden werden kann, und Rißmann gab anhand des Krankheitsbildes Depression Einblicke in Anwendungsmöglichkeiten.

Auch Studien zu aktuellen psychotherapeutischen Behandlungsmethoden und Überlegungen zur transtemporalen personalen Identität, wie sie in der analytischen Philosophie gemacht werden, kamen zur Sprache. Über Ersteres referierte Dietrich von Calker, Psychiater an der Uniklinik Freiburg; den philosophischen Part hatte Martin Ruchsow, Klinikoberarzt aus Göppingen, übernommen. In der abschließenden Podiumsdiskussion, geleitet von Michaela Glöckler, Leiterin der Medizinischen Sektion am Goetheanum, kamen alle Referenten über die Frage nach der Beschaffenheit des integrierenden Miteinanders ins Gespräch.